Konfigurator für Carports und Überdachungen: Was Sie vor der Umsetzung planen sollten
Ein Leitfaden für Hersteller und Distributoren von Carports, die ihren Kunden einen Carport-Konfigurator auf der eigenen Website bieten möchten. Wir erklären, wie Sie Ihren Carport-Katalog in Regeln übersetzen, die das System durchsetzt, wie Sie die Konfiguration mit Preisberechnung und Vertrieb verbinden und was Sie vermeiden sollten, damit das Tool nicht als hübsches, aber totes Spielzeug endet.
Warum sich ein Carport gut für die Online-Konfiguration eignet
Ein Carport hat nur wenige Parameter, aber jeder davon verändert Optik und Preis deutlich: Anzahl der Stellplätze, Abmessungen, Dachart, Farbe der Konstruktion und Seitenwände. Diese Auswahl kann der Kunde in wenigen Minuten selbst durchgehen, ganz ohne technisches Wissen.
Gleichzeitig steht ein Carport vor dem Haus, gut sichtbar. Der Kunde möchte wissen, wie seine eigene Variante aussehen wird, nicht eine Variante aus einem fremden Projekt. Ein gut gemachter Carport-Konfigurator verbindet beides: Er führt in logischer Reihenfolge durch die Entscheidungen und zeigt das Ergebnis laufend am Modell.
Wie Sie Ihren Carport-Katalog in Regeln für den Carport-Konfigurator übersetzen
Die meiste Arbeit an einem Konfigurator steckt nicht in der Grafik, sondern darin, die Abhängigkeiten festzuhalten, die Ihr Vertriebsmitarbeiter auswendig kennt. Typische Regelgruppen sehen so aus:
- Abmessungen und Stellplätze: welche Breiten und Tiefen Sie für ein, zwei oder mehr Autos fertigen und ob die Maße modular oder innerhalb eines Bereichs frei wählbar sind,
- Pfosten: wie viele bei einer bestimmten Spannweite nötig sind und wo sie stehen dürfen, ohne die Einfahrt zu blockieren,
- Dach: flach, mit Lamellen oder mit Gefälle, mit der Angabe, welche Eindeckungen zu welchem System passen,
- Seitenwände: welche Seiten sich schließen lassen, womit (Lamellen oder geschlossene Wand) und ob eine Gartentür oder ein Geräteraum dazukommen kann,
- Montage: freistehender oder an die Hauswand angebauter Carport und was das an der Stückliste ändert.
Die Grenzen legen Sie fest. Das System prüft sie bei jeder Konfiguration, sodass der Kunde keine Variante zusammenstellen kann, die Sie nicht fertigen, und Ihr Vertriebsmitarbeiter sie später im Gespräch nicht wieder geraderücken muss.
Seitenwände: ein Beispiel aus der Demo
In der Demo oben wählt der Kunde eine von vier Varianten: offener Carport, hinten geschlossen, hinten und links geschlossen oder in U-Form. Auf dem Bildschirm ist das ein Klick, doch hinter jeder Variante stehen eine andere Stückliste und ein anderer Preis.
| Wandvariante | Was sich in der Spezifikation ändert | Was Ihre Regeln klären müssen |
|---|---|---|
| Offen | nur Konstruktion und Dach | Mindestanzahl der Pfosten für die Abmessungen |
| Rückwand | eine geschlossene Wand | ob bei Anbau an die Hauswand eine Rückwand überhaupt nötig ist |
| Rück- und Seitenwand | zwei Wände, eine Ecke | auf welcher Seite Sie eine Gartentür oder einen Geräteraum zulassen |
| U-Form | drei geschlossene Wände | ob sich bei dieser Variante die Konstruktion oder der Aufpreis ändert |
Dieselbe Logik gilt für Farben. Die Demo zeigt fünf RAL-Farben für die Konstruktion und ein Corten-Dekor; in Ihrer Umsetzung kommen Palette, Aufpreise und Verfügbarkeit der Dekore aus Ihrer Preisliste.
Preis: auf dem Bildschirm oder als Kalkulation für den Vertrieb
Carports konkurrieren oft über den Preis, deshalb möchte der Kunde den Betrag sofort sehen. Sind Ihre Produkte modular und standardisiert, lohnt es sich, einen Richtpreis live anzuzeigen: Der Kunde vergleicht Varianten und findet selbst zu seinem Budget.
Hängen die Endkosten von Fundament, Transport oder Montage ab, trennen Sie besser zwei Dinge: Auf dem Bildschirm steht der Preis der Konstruktion mit einem deutlichen Hinweis, was er nicht enthält, in der Anfrage an den Vertrieb die vollständige Kalkulation. Bei größerem Volumen lohnt es sich, den Konfigurator an ein Tool zur Angebotserstellung anzubinden, damit aus der fertigen Konfiguration ohne manuelles Abtippen ein Angebot entsteht.
Integrationen: Was nach dem Klick auf „Senden“ passiert
Ein Carport-Konfigurator rechnet sich erst dann, wenn die Konfiguration nicht im E-Mail-Postfach untergeht. Die häufigsten Wege sind:
- eine Anfrage mit vollständiger Spezifikation im CRM, zugewiesen an den Vertriebsmitarbeiter oder Händler der jeweiligen Region,
- ein PDF in Ihrem Design mit der Konfiguration, das der Kunde seiner Familie zeigen und mit anderen Angeboten vergleichen kann,
- die Übergabe der Stückliste an das ERP, wenn die Konfiguration die Grundlage eines Fertigungsauftrags ist,
- das Hinzufügen eines fertigen Bausatzes zum Warenkorb, wenn Sie Standard-Carports in einem Onlineshop verkaufen.
Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen. Oft endet die erste Phase bei Anfrage und PDF, und die Anbindung an Ihre Systeme folgt, sobald sichtbar ist, wie viele Anfragen tatsächlich eingehen.
Die häufigsten Fehler bei der Umsetzung
- Ein Formular statt eines Konfigurators. Eine Feldliste wie „Maße, Farbe, Anmerkungen“ zeigt kein Ergebnis und prüft keine Regeln. Der Kunde füllt sie nur halbherzig aus, und Ihr Vertriebsmitarbeiter ruft trotzdem an.
- Ein schweres Modell. Die meisten Besucher kommen über das Smartphone. Ein parametrisches Modell wie in der Demo lädt ohne große Datei und lädt die Seite beim Farbwechsel nicht neu.
- Alle Systeme zum Start. Besser beginnen Sie mit Ihrem meistverkauften Carport, prüfen, wie Kunden ihn nutzen, und ergänzen erst dann weitere Produktlinien.
- Preisliste im Code. Aluminiumpreise, Aufpreise und Farben ändern sich. Ein Admin-Panel auf Ihrer Seite ist die Voraussetzung dafür, dass das Tool auch nach einem Jahr noch aktuell ist.
Für wen sich ein Carport-Konfigurator am meisten lohnt
Am meisten profitieren Unternehmen mit mehreren Carport-Systemen in vielen Farben, die viele Anfragen ohne Spezifikation erhalten. Gut funktioniert ein solcher Konfigurator auch bei Distributoren, die ihren Händlern ein gemeinsames Werkzeug zum Zusammenstellen von Varianten und einen einheitlichen Weg für die Weitergabe von Bestellungen geben wollen. Wenn Sie ein Standardmodell in einer Farbe verkaufen, erledigt ein einfacherer 2D-Rechner dieselbe Arbeit günstiger.
Für den Start brauchen Sie weder 3D-Modelle noch eine fertige Preisliste. Es genügen Systemzeichnungen oder Fotos umgesetzter Projekte, eine Liste der Maße und Farbpaletten sowie die Regeln, nach denen Sie heute Preise kalkulieren. Die erste Phase umfasst meist ein Flaggschiff-System; weitere Carports, Pergolen oder Terrassenüberdachungen kommen auf derselben Engine hinzu, denn sie unterscheiden sich in Geometrie und Optionsliste, nicht in der Funktionsweise.
Wenn Sie auch verglaste Konstruktionen anbieten, sehen Sie sich den 3D-Wintergarten-Konfigurator an. Ein Richtbudget berechnen Sie im Kostenrechner für Konfiguratoren, und wie sich Konfigurationen mit CRM und ERP verbinden lassen, beschreiben wir auf der Seite ERP- und CRM-Integrationen.